| Pension Auf der Heide auf einer größeren Karte anzeigen
Waltersdorf und das Zittauer Gebirge, einer von 17 in Deutschland mit diesem Namen, wurde wahrscheinlich im 13. Jahrhundert von fränkischen Siedlern als Waldhufendorf angelegt und bekam seinen Namen von einem Lehnsmann des Adelsgeschlechts derer von Kyaw aus der Herrschaft Hainewalde, namens Walter. Seit 1419 ist Waltersdorf ein Ratsdorf der Stadt Zittau, die seine Geschicke bestimmte. Landwirtschaft, Sandsteinabbau und die nach dem 17.Jahrhundert stark zunehmende Handweberei waren die Lebensgrundlage der Einwohner. Große Reichtümer blieben versagt,aber die mehrfach umgebaute Dorfkirche erhielt 1766 dennoch eine Orgel des Zittauer Meisters Tamitius, ein Schüler des berühmten Orgelbaumeisters Gottfried Silbermann.Nach dem 1. Weltkrieg begann die touristische Entdeckung des Ortes, der mit wunderschönen Wandertouren sommers und winters alle Gäste begeistert,
denn hier „machen den einzigen Lärm die Vögel“.Die Lausche ist die Königin des Zittauer Gebirges, dessen größte Erhebung und der höchste Berg in Deutschland, östlich der Elbe.Eine Vulkankuppe aus Phonolith erhebt sich über Basaltgestein, ist mit Buchenmischwald und einer vielfältigen Bodenflora bewachsen. In dieser leben sogar Relikte aus der Eiszeit, der Alpenstrudelwurm und die Alpenspitzmaus.Von - Lausitzer Kuppe - oder vom jagdlichen - luschen - kann der Name des Waltersdorfer Hausbergs stammen,der bis 1631 auch Spitzberg hieß.Eine Sage erzählt von einem Wundervogel auf der Lausche, der ein, von einem bösen Zauberer verwandelter, böhmischer Prinz ist.Wie aus der Sicht der Vögel ist die traumhafte Aussicht von der Lausche,für die sich jeder Aufstieg auf 792,7 Meter lohnt. Bei klarem Wetter ist das Oberlausitzer Bergland im Norden und das Isar- und Riesengebirge im Osten zu sehen. In früherer Zeit war nach Süden der berühmte Veitsdom in Prag, der tschechischen Hauptstadt, erkennbar. Auf den Landkarten unseres Nachbarstaates ist ihre Luz (tsch. Lausche) 793 Meter hoch. Das ist kein Druckfehler, sondern durch das Festhalten an Traditionen der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie begründet. Diese Länder ermitteln den Normal Null (N.N.)in der Stadt Triest und der Mittelmeerwasserstand ist dort 27 Zentimeter tiefer als der N.N. von Amsterdam, der für Deutschland gilt.Zittauer Gebirge und Stadt Zittau ist das kleinste und damit schönste Mittelgebirge Deutschlands und seit 2007 Namensgeber des 100. deutschen Nationalparks.Im Waltersdorfer Kretscham (Kretscham ist ein erhaltenes altes slawisches Lehnwort und heißt Erbgericht, da der Wirt das Schankrecht und das Recht der niederen Gerichtsbarkeit hatte) befindet sich das Naturparkhaus mit einer sehenswerten Ausstellung dazu.
Ein persönlicher Eindruck ist aber viel schöner, denn das Zittauer Gebirge ist ein Wander- und Wintersportparadies, viele Sandsteinformationen fordern den Felskletterer. Aus Sandstein und vulkanischen Phonolith- und Basaltbergen formte die Natur eine einzigartige Landschaft, die es in Deutschland nur hier gibt. Von den Bergen fließen die Wasser von der oberlausitzer Nordseite über die Neiße und Oder in die Ostsee, von der Südseite nach Böhmen in die Elbe und Nordsee.Der nördliche Teil der Tschechischen Republik heißt seit alters her Böhmen, seine Könige nahmen Lehnen des deutschen Kaisers und waren Herren über das Land „Sitavia“ (erstmals 1238 erwähnt).1254 soll der böhmischer König Zittau (vom Dorf Sitte, slaw. Getreide o. Korn o. Roggen) das Stadtrecht verliehen haben. Mit einem Ritt um zwei Dörfer, an der Mündung der Mandau (zweitgrößter Fluß im Gebirge) in die Neiße, legte dieser König Ottokar II. den neuen Umfang der Stadt Zittau fest und verlieh ihr königliche Rechte und Privilegien. Die so entstandene Siedlung nahm eine beachtliche Entwicklung. Schon im 14.Jahrhundert war Zittau durch Landwirtschaft, Bierbrauerei, Tuchmacherei und Fernhandel eine der reichsten und mächtigsten Städte und der größte Grundbesitzer in der Oberlausitz, auch begünstigt durch den König von Böhmen und Kaiser von Deutschland, Karl IV.Zittau,die Reiche, traf im Siebenjährigen Krieg das größte Unglück seiner Geschichte. Am 23. Juli 1757 wurde sie durch ein Bombardement der Österreicher zu drei Viertel in Schutt und Asche gelegt.Mit dem Neuaufbau im 18. und 19. Jahrhundert erreichte Zittau teilweise die alte Schönheit.Besuche des Marktes, der Neustadt mit dem Marstall (Salzhaus) von 1511,des grünen Rings (aus dem Stadtwall entstanden), dem Stadtbad, dem Stadtmuseum mit dem kleinen Zittauer Fastentuch und dem berühmten Renaissancegiebel im Hefterbau, einem Teil des Franziskaner Klosters,sowie der Kirche Zum Heiligen Kreuz mit dem bekannten Zittauer Fastentuch von 1472 in der größten klimatisierten Glasvitrine der Welt,sind sehr sehenswert.Das Umgebindehaus,eine auffallende Besonderheit hier in den Dörfern und Städten sind Umgebindehäuser,die es weltweit so häufig nur in den Grenzen der Oberlausitz und in Nordböhmen gibt.Diese Volksbauweise ist eine geniale Verbindung von Blockhaus, Stein- und Fachwerkbau,die unsere Vorfahren ersannen und seit Jahrhunderten bauten.Eine hölzerne Blockstube, hervorragend geeignet für die Handweberei, wird außen von einem Tragwerk aus Ständern, Spannriegeln und Verbindern (Knaggen, Kragstücke) „umbunden“,welches das darüber liegende Fachwerk des Obergeschoßes und die Dachlasten trägt.Die Hausteile für Flur, Stall und Lager wurde in Bruchsteinmauerwerk errichtet und der Eingang mit einem Portal aus Sandstein, dem Türstock, versehen.Mit viel Fleiß erhalten die Bewohner ihre „Häusl“. Das Umgebindehausland sollte baldmöglichst als Unesco-Weltkulturerbe erklärt werden, denn die Umgebindehäuser als wertvolle Zeugen einer einmaligen Volksbauweise haben es verdient.Die Oberlausitz,unser Lebensraum heißt seit Jahrhunderten Lausitz (von Lusici, ein alter slawischer Stamm),später Oberlausitz, mit den Grenzen Schwarze Elster im Westen, Oueis im Osten, den niederlausitzer Heiden im Norden und dem Zittauer Gebirge im Süden.In der Völkerwanderungszeit von Germanen verlassen, siedelten sorbische Stämme.Die Milzener wurden im 10. Jahrhundert mehr oder weniger freiwillig Teil der Kirche Roms und des deutschen Staates. Von Norden waren Ansprüche der brandenburger Herzöge,von Osten der polnischen und von Süden solche der böhmischen Herrscher präsent.Ansässige Sorben und deutsche Siedler schufen, gemeinsam oder getrennt, Dörfer, es entstanden Städte, deren Obere die jeweiligen Landesherren geschickt für die eigene Entwicklung einsetzten.Die Einflussnahme der umgebenden Länder Böhmen, Polen, Brandenburg und Sachsen war jeweils nicht stark genug für eine Alleinherrschaft, ebenso wenig gab es jemals eine ansässige Herrschaft für dieses Gebiet.Die Ordnung wahrten die Oberlausitzer Landstände, das waren die mit Grundbesitz versehenen und unter kaiserlichem Schutz stehenden Klöster St. Marienstern, Lauban und St. Marienthal, der Adel und das Bürgertum der Städte, insbesondere des Sechsstädtebundes von 1346, der von den böhmischen Königen gestützt wurde. Regelmäßig wurden Ständetage abgehalten und Regeln erstellt.Das „Markgraftum“ Oberlausitz ist ein hohler historischer Begriff, den es gab nie einen Markgrafen.Einfluß auf die Ständeherrschaft hatten allenfalls die Vogte des Kaisers und der jeweiligen Landesherren, sowie die Bistümer Meißen und Prag.Die weitere wechselvolle Geschichte hat zum Erhalt der sorbischen Lebensweise und Kultur,der katholischen Klöster in einem evangelischen Land,zur Eingliederung in das Land Sachsen,zur Teilung in die sächsische und preußische Oberlausitz,zum Verlust der oberlausitzer Gebiete östlich der Neiße und zur erneuten Teilung in die Bezirke Dresden und Cottbus und nach 1990 zur noch nicht vollständigen Einheit geführt.Die Oberlausitz, ein Beispiel für Europa und die Welt, ist der tausendjährige Beweis, dass regionaltypische Eigenart in den Köpfen und Herzen seiner Bewohner, trotz unterschiedlicher Zugehörigkeit zu Volksstamm und Religion,eine inneren, friedlichen Einheit möglich macht. Der Heideborn befindet sich in Waltersdorf auf dem Grundstück - Auf der Heide 2 – und gab dem Gästehaus „Am Heideborn“ seinen Namen.Eine außerhalb des Hauses gelegene Wasserstelle ist etwas Besonderes.
In den Häusern wurden früher sog. Dumpe o.Tumpe (Steintröge mit Überlauf) oder „die Baach“ für die Wasserentnahme genutzt.Rechts neben dem Türstock des Hauses führen 20 unterschiedlich hohe Stufen in einem Tonnengewölbe aus konisch gehauenen Sandsteinen rund fünf Meter unter die Erde zu einem 1x1 m breitem und 1,5 mtiefen Wasserloch.Bis zum Beweis des Gegenteils ist es der größte Hausbrunnen der Oberlausitz.
|